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Studies

Ein Win-Win-Win Weg zu Flugsicherheit und Gesundheits- und Unternehmensvorteilen von Prof. Colin Soskolne

 A Win-Win-Win Path for flight safety, health and corporate profits by Prof. Colin Soskolne, Department of Public Health Sciences, Collegium Ramazzini and University of Alberta

Betrug und Täuschung in der Wissenschaft sind schon so alt wie die Wissenschaft selbst. Beispiele dafür wären Ptolemäus, der den Ruhm des griechischen Astronomen Hipparchus einheimste, oder Galileo, Vater des Empirismus, dessen Experimenten keine Erwiderung fanden. Auch Newton, der von seiner bequemen Position als Präsident der Royal Society aus, Leibniz des Plagiats bezichtigte, während er selbst die Messungen unterstützte, um seine eigenen Prinzipien zu bekräftigen.

(Quelle: Betrays of the Truth, William Broad and Nicholas Wade, 1982)

Es wird klar, dass die Vorstellung, dass Wissenschaft und Forschung strikt logischen Prozessen unterliegen, und eine objektive Einstellung seitens der Wissenschaftler gewährleisten, während Ergebnisse rigoros peer-geprüft werden, eine utopische Idee ist.

Epidemiologie ist die Lehre von Krankheitsauslösern und deren Verbreitung in Populationen, sowie deren Anwendbarkeit auf Gesundheitsprobleme. Der Fokus hier liegt bei der Verhinderung von Gefahren für Populationen (Sterblichkeitsrate, vorzeitige Sterblichkeit und Wohlergehen). Epidemiologie ist die angewandte Wissenschaft, die die Politik informiert indem toxikologische Erkenntnisse (aus Tierversuchen) auf die menschliche Reaktion auf Giftstoffe abgeleitet wird, und somit als Basis für eine rationale, Nachweisbasierte Gesetzgebung dient.

Da es möglich ist Experiment- und Kontrollgruppen zu manipulieren, bewegt sich Epidemiologie durch alle Arten von Befangenheit, die die öffentliche Gesundheitsforschung beeinflussen. Die Notwendigkeit ethisches Training und Überprüfungen einzuführen, nimmt zu, da Wissenschaftler, anders als allgemein erwartet, dem Auftrag dem öffentlichen Interesse und der Wahrheit zu dienen nicht nachkommen. Ethik und Werte entscheiden einen Großteil unseres Verhaltens, und lenken Entscheidungen die wir treffen.

Die fundamentalen Prinzipien der Bioethik enthalten:

  • Respekt der Unabhängigkeit
  • Wohltätigkeit
  • Schadensvermeidung
  • Soziale und Verteilungsgerechtigkeit

(Quelle: Belmont Report. Federal Register (1979) Beachamp and Childress. Principles of Biomedical Ethics 7th Edition (2013))

 

Im Wesentlichen besteht die wissenschaftliche, ethische Erwartungshaltung an Wissenschaftler aus:

  • Verwendung angemessener Methoden
  • Objektivität
  • Ehrliche Meldungen
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse, positive, negative oder ohne Befund
  • Verfälschungen unterbinden, z.B. Verfälschung der Daten, Befangenheit hinsichtlich Studiendesign, angemessene analytische Abläufe, Objektive Interpretatition
  • Eigene Arbeit leisten i.S.v. Plagiaten, Quellen anerkennen, Gradienten nicht ausnutzen

 

Gute Ethik und gute Wissenschaft gehen also Hand in Hand, jedoch, sollte man nicht naiv sein, denn man muss sich auch dessen bewußt sein, dass es Mächte gibt, die beide Seiten, Wissenschaft wie Politik beeinflussen. Man muss große Wachsamkeit und persönliche Integrität mitbringen, um dem finanziellen Einfluss, von interessierten Parteien oder von korrupten/moralisch bankrotten Regierungen, zu widerstehen.

„Die Industrie ist offensiv bei Verordnungen, die Gesundheit und Sicherheit betreffen, und nutzt Akademiker aus, um die Ernsthaftigkeit der ausgehenden Gefahr herunterzuspielen oder zu leugnen.“ (Clayson and Halpern, J. of Public Health Policy, September, 1983).

Befangenheit wirkt dem öffentlichen Interesse entgegen und hat viele Formen, wie z.B. in Form von Veröffentlichungen (Was wird veröffentlicht?), Voreingenommenheit, Unterdrückung und finanzieller Parteilichkeit.

Das Rätsel für die Politiker ist nun, zu unterscheiden ob es sich um geschürte Unsicherheiten handelt oder um ein berechtigtes Interesse. Wenn Unsicherheit geschürt wird, ist es für die Politiker nochmals schwerer Verordnungen zu erlassen.

Das bestbekannte Beispiel für die Machenschaften der Industrie, ist die Tabakindustrie. Es wurde gelogen, betrogen, manipuliert, Kampagnen voller Fehlinformationen gemacht, Wissenschaftler bestochen und zum lügen angestiftet und das 50 Jahre lang. Die wahre Tragödie liegt aber darin, dass Wissenschaftler diese Machenschaften akzeptieren, um ihren Sponsor zufrieden zu stellen. Wissenschaftler sollten sich immer Fragen, wessen Interesse sie dienen sollten, dem der Öffentlichkeit oder dem der Sponsoren, die hohe Summen bieten?

Wissenschaftlern, die zu unpopulären Themen forschen, kommen regelmäßig mit den vier D´s in Berührung nämlich (aus dem englischen):

  • Deny- Leugnen
  • Delay- Verzögern
  • Devide- Teilen
  • Discredit- Diskreditieren
  • (Dismiss/Death-Kündigung/Tod) à Erin Brokovich, Silkwood, China Syndrome

Diese Verschleierungstaktik, um das Thema nicht aufkommen zu lassen, wurde schon in einigen Skandalen angewandt, z.B. bei Tabak, Blei, Nickel, Benzol, Abest, Klimawandel und jetzt vielleicht auch bei der Kabinenluftqualität.

Dazu werden klassische Techniken angewandt, um die Ergebnisse zu verzerren:

  • Aussagelose Studien
  • Unzureichende Follow-Up Methoden
  • Unangemessene Biomarker für die Exposition
  • Kontaminierte Kontrollproben
  • Unausgeglichene Diskussion
  • Selektive Offenlegung konkurrierender Interessen
  • Befangene/selektive Interpretationen
  • Technische Informationen werden für die Ableitung von Effekten ignoriert
  • Unterschiede zwischen Human- und Toxikolgischen Studien werden übertrieben. Es wird darauf bestanden, die Effekte, die bei Tieren beschrieben wurden, von den beim Menschen beschrieben Effekten zu unterscheiden.
  • Der Fakt, dass molekulare Strukturen eine Gefahr prognostizieren, wird völlig ignoriert
  • Das Beharren auf den Nachweis von Effekten in lokalen Populationen, die exponiert wurden, anstatt bereits nachgewiesen Effekte anderer Menschen aus anderen Bereichen heranzuziehen
  • Das Problem, dass indirekte Werteurteile ausdrücklich in die Entscheidungen für angemessene Standards zur Beweisermittlung einfließen und eine politikrelevante Schlussfolgerung verhindern (z.B. Unterdrückung dominanter Interessen und Werte)

Um den Einfluss und seine Folgen zu verstehen, muss man das dominante Paradigma, den erzählten Kontext und die Rolle, von unvollständiger Wissenschaft im öffentlichen Interesse verstehen. Wenn man an der Grenze zwischen Forschung und Gesetzgebung arbeitet, dann muss berücksichtigt werden, dass es viele Kräfte oder Antriebe gibt, die eine Rolle in der Informationspolitik zum Wohle der Erhaltung und Verbesserung von Gesundheit spielen. Ideologien, aber auch finanziell konkurrierende Interessen, wären ein solcher Antrieb. Sie bringen aber Befangenheit mit sich und reduzieren die individuelle Objektivität. Wahres Leadership muss also jenseits von der allgemeinen Denkweise stattfinden.

Diese Erkenntnisse können auf das Problem mit der Kabinenluftqualität angewandt werden.

Epidemiologie kann zu der Aufklärung des Kausalzusammenhangs beitragen, abhängig davon, wie unmittelbar die Exposition und die Effekte sind.

Auch das Vorsorgeprinzip darf im Zusammenhang mit der Aufklärung der Problematik um kontaminierte Kabinenluft nicht vernachlässigt werden, denn wo ein Risiko von einem Stoff ausgeht, sollte nicht die vorhandene Unsicherheit als Grund genutzt werden, kosteneffektive Maßnahmen zu verzögern.

Das wird aber bei der EASA Studie aus 2014 völlig übergangen, denn dort wird immer noch auf die fehlende Exposition im Flugzeug hingewiesen und das Unverständnis über das sogenannte „Aerotoxic Syndrome geäußert (S. 109, EASA 2014).

Wird hier bewußt Zweifel hinsichtlich der fraglichen Exposition geschürt?

Auch Aussagen wie „A human exposure study is the long-needed tool to provide an unequivocal and sound data set to end the misguided discussion on cabin air quality once and for all. … Human exposure can be seen as an important contribution to the objectification of the currently misguided discussion on cabin air quality.” ( Eine Expositionsstudie am Menschen ist das schon lange benötigte Tool, um unmissverständliche und sichere Daten zu gewinnen, damit die fehlgeleitete Diskussion ein für alle Mal beendet werden kann… Exposition von Menschen kann als wichtiger Beitrag zur Objektivierung der fehlgeleiteten Diskussion zur Kabinenluftqualität gesehen werden.; S. 111, EASA 2014)

Ist das Wort „fehlgeleitet“ ein Hinweis auf Befangenheit? Werden die tatsächlichen Expositionen gemessen und ein Schlußpunkt gesetzt?

Hier wäre also durchaus die Anwendung des Vorsorgeprinzips angebracht, denn es gibt bereits ein Flugzeug, welches das Problem umgangen ist. Es ist die PFLICHT der Verantwortlichen das Problem technisch zu lösen und die Schädigungen, die verursacht wurden, anzuerkennen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die systematische, institutionalisierte Befangenheit, die allgemeinen Denkweise beeinflusst. Wir werden alle verlieren, wenn wir uns nicht von diesem fehlerhaften und haltlosen Weg wegbegeben. Ein Win-Win-Win Ergebnis kann nur erreicht werden, wenn die Wahrheit gesucht wird und man sich für empirische Realitäten öffnet. Die Arbeit des GCAQE führt zu einem positiven Ergebnis bei dem Flugsicherheit, Gesundheit und Corporate Profits gewinnen.

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