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Von der Flugbegleiterin zur Campaignerin

Diesen Blog widme ich allen starken Frauen, die ich auf dem Weg hierher treffen durfte! Ohne Euch hätte ich schon lange aufgegeben! VIELEN DANK!

“Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast,
wirst du für immer auf Erden wandeln,
mit deinen Augen himmelwärts gerichtet.
Denn dort bist du gewesen, und dort
wird es dich immer wieder hinziehen.”

Leonardo Da Vinci (1452-1519)
italienischer Maler

Im Mai 2005 wurde ich infiziert. Ich schnupperte zum ersten Mal den Duft der großen, weiten Welt. Ich habe mich verliebt, in das Gefühl, in die Menschen und in all die Vielfältigkeit des Lebens als Flugbegleiterin.

Am 31.05.2016 wurde ich brutal aus diesem Traum gerissen.

Ich musste feststellen, dass der Duft der großen, weiten Welt verdammt stinkt.

Ich wurde an meinem Arbeitsplatz gesundheitlich schwer geschädigt- der fünfte Vorfall mit kontaminierter Kabinenluft, ein sogenanntes Fume Event, setzte meiner Fliegerkarriere ein abruptes Ende.

Ich bin seit dem 01.06.2016 aufgrund eines Arbeitsunfalls mit Kontaminierter Kabinenluft arbeitsunfähig, seit Februar 2018 jetzt auch dauerhaft fluguntauglich. Keiner kann mir sagen, ob ich die Freiheit über den Wolken, zumindest als Passagier, je wieder erleben werde… 

Insgesamt hatte ich innerhalb von 22 Monaten, 5 Fume Events.

Mir wurde gesagt, das wäre nichts. Mir wurde gesagt, ich müsste mich nicht vor Langzeitschäden fürchten. Mir wurde gesagt, dass wenn das alles gefährlich wäre, dann würde doch gerade in Deutschland, kein Flugzeug mehr eine Zulassung bekommen.

Und trotzdem habe ich SCHWERE SCHÄDIGUNGEN DES ZENTRALEN UND PERIPHEREN NERVENSYSTEMS!

Ich bin Flugbegleiterin aus Leib und Seele, meine Kolleg*innen verstehen, was ich damit meine. Flugbegleiterin sein ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Berufung. Niemand gibt diese Passion leichtfertig von heute auf morgen auf.

Genau dieser Beruf der Flugbegleiterin hat auch Schattenseiten, von denen ich bis 2014 überhaupt nichts wusste.

Jeder Flieger*in ist klar, dass dieser Beruf nicht gesundheitsfördernd ist, Höhenstrahlung, Schichtarbeit, ständiger Zeitzonenwechsel, schwere körperliche Arbeit in 10.000 Metern Höhe, das Ganze gegen den Biorythmus, außergewöhnliche psychische Belastung…, dass früher oder später das ein oder andere Zipperlein eintritt ist vorprogrammiert. Trotzdem macht man weiter, man meldet sich nur krank, wenn es wirklich nicht anders geht, auch um den Dienstplan zu erhalten und die Familienplanung nicht wieder komplett auf den Kopf stellen zu müssen.

Bis 2014 wusste ich überhaupt nichts darüber, dass dieser typische Flugzeuggeruch, den jede/r kennt, gesundheitsschädigend sein könnte. Es gibt eine jährliche Schulung, bei der wir uns mit unterschiedlichen Gerüchen beschäftigen, um dann den Piloten Rückmeldung geben zu können. Es gibt Geruchsproben zu Hydraulikflüssigkeit, Triebwerksöl, Kerosin etc. (Anm. Diese Übung wurde wohl seit neuestem eingestellt). Darüber, dass diese „Gerüche“ schwere Schädigungen des Nervensystems hervorrufen, hat mich mein Arbeitgeber nicht aufgeklärt. Dass Symptome auch erst Jahre später auftreten können genau so wenig. Dass an diesem Thema mehr dran ist als nur Hysterie, wie gerne von der Industrie behauptet wird, musste ich schmerzhaft am eigenem Leib erleben und lebe mit den Folgen jeden Tag.

Was war passiert? Woher kommt diese ganze Palette an Symptomen zu denen es noch keine schulmedizinische Therapie gibt? Warum wurde dieses Problem, dass seit den 1950er Jahren bekannt und dokumentiert ist, noch nicht gelöst? Was sind das für  Luftmessungen und ist die Luft in Flugzeugen tatsächlich so gut wie in Kindergärten? Und warum überhaupt genießt die EASA plötzlich Immunität? Warum halten sich die zuständigen Behörden nicht an geltendes Recht und behandeln körperlich schwer geschädigte Menschen wie arme Irre? Diese und viele andere Fragen haben für mich, von einer Sekunde auf die andere, an immenser Bedeutung gewonnen.

Täglich werden viele Crewmitglieder weltweit bei der Arbeit durch FUME EVENTS geschädigt. Ich bin also nicht die Einzige. Weltweit sind viele tausende schwer kranke Flugbegleiter*innen, die alle hysterisch sein sollen? Für mich schwer vorstellbar.

Vor knapp 2 Jahren habe ich mich auf die Suche nach Antworten gemacht und langsam aber sicher konnte sich ein Bild abzeichnen. Vor über einem Jahr wurde ich politisch aktiv. Zusammen mit einigen anderen Kolleg*innen aus Kabine und Cockpit beschloss ich, diesem Thema in Deutschland Gehör zu verschaffen. Im Teamwork, so wie ich es aus der Fliegerei kannte, startete ich Petitionen, organisierte Demos, versuchte die einzige Sprechstunde für Fume Event Betroffene zu erhalten und gründete einen Verein, P-CoC e.V. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und v.a. Wissen erlangt, Kontakte knüpfen können und viel verstanden. Das Problem mit der Cabin Air Quality (CAQ), wie es von der Industrie genannt wird, ist kein unbekanntes und Lösungen stehen zur Verfügung.

Und jetzt bin ich hier und starte diesen Blog! Um meine Erfahrungen und mein Wissen zu teilen. Meine Geschichte steht für die vieler anderer Flieger*innen weltweit und die Lücken und Probleme im CAQ-Prozess sind immer die Gleichen.

Ich bin nicht Eine, Wir sind Viele!

Es ist an der Zeit für Veränderung zu sorgen…

HIER IST DIE KABINENLOBBY!

Auf meiner Homepage wirst Du Dich mit der Zeit umfassend zu Fume Events und Cabin Air Quality informieren können. Einige Informationen sind schon verfügbar und können hier gefunden werden.

Wenn Du etwas genauer wissen willst, mit wem Du es eigentlich zu tun hast, dann schau doch einfach hier vorbei.

Natürlich beantworte ich auch die häufigsten Fragen in der FAQ Rubrik.

Solltest Du noch weitere Fragen haben, freue ich mich auf eine Mail von Dir unter info@kabinenlobby.de

Im Blog findest Du Berichte und Artikel zu Erfolgen und Misserfolgen in meinem ganz persönlichen Fall, zu meinen Aktivitäten, zu aktuellen Entwicklungen, Tipps für Flieger und Passagiere, Informationen über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und noch viel mehr. Zusätzlich wirst Du noch Gastbeiträge von meinen Netzwerkpartnern und weiteren Gästen finden, aber auch Veranstaltungen rund um die Thematik Cabin Air Quality sind geplant. Stay tuned!

Natürlich bin ich nicht die Erste und Einzige, die zum Thema Fume Events und Cabin Air Quality aktiv wird. Wir sind ein großes Netzwerk. Hier stelle ich Dir mein Netzwerk aus weiteren nationalen und internationalen Organisationen und Aktiven in der Cabin Air Quality Campaign vor.

Im September 2017 fand die großartige Aircraft Cabin Air Conference in London statt. Eine Zusammenfassung ausgewählter Vorträge auf Deutsch findest Du hier. Außerdem veröffentliche ich hier auch sukzessive Studien, die einen Kausalzusammenhang zwischen Fume Events und Erkrankungen plausiblisieren.

Unter Links könnt ihr noch viele weiter hilfreiche Tipps aus dem Netz rund um das Thema Kabinenluftqualität finden.

Wenn ich mit meinem Blog und meiner Seite Dein Interesse geweckt habe, und Du Dir vorstellen kannst mit mir zu arbeiten, dann findest Du alle wichtigen Informationen hier.

Und nun viel Spass mit meiner Seite und meinem Blog.

Deine Ekaterini

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